Wieso „Alpenwidderchen“?

Was ist auf der Zeichnung zu sehen? Ein Insekt. Ein Fluginsekt. Es gehört möglicherweise zu den Schmetterlingen…? Aber nicht so ganz Pfauenauge-typisch. Also welche Tierart ist das denn jetzt?

Ich nehme Sie nun mit auf die Namensgebung meines Unternehmens und die Grundidee meiner Arbeit:

Zu Sehen ist ein Insekt (Klasse), dass ist klar. Weltweit meint das in etwas 2.160.000 Arten.
Ein Fluginsekt (Unterklasse „Pterygota“), zu erkennen an den Flügeln.
Etwas genauer beschreibt es die Ordnung Schmetterlinge („Lepidoptera“). Lepidoptera befassen 160.000 beschriebene Arten.
Wie viele fliegende Insektenarten fallen Ihnen an dieser Stelle spontan ein?

Das Modell sieht aber nicht klassisch nach einem Schmetterling wie bspw. dem Tagpfauenauge Aglais io aus. Das liegt daran, dass die meisten bekannten Schmetterlinge Tagfalter sind. Dieses Exemplar jedoch ist eine Nachtfalter, umgangssprachlich auch Motte genannt.
Genauer ein Widderchen (Familia „Zygaenidae“). Nein, kein niedlicher Schafbock. Zygaenidae sind kleine Falter die trotz der Zugehörigkeit zu Nachtfaltern am Tag aktiv sind, mehr als 1’000 Arten wurden bisher beschrieben. Nun als letzte taxonomische Beschreibung tritt die Gattung auf „Zygaena“, welche 36 Arten umfasst, dazu gehört auch die von uns gesuchte Art.

Das Hochalpenwidderchen – Zygaena exulans.

Warum ist es nun aber wichtig sich dieser Klassifizierung bewusst zu sein? Die Begriffe Artenvielfalt und Biodiversität tauchen im Alltag überall auf. Begreifen, können wir die tatsächliche Vielfalt der Arten aber nur wenn, wir uns bewusst sind, wie riesig die Anzahl ist. Das viele kleine Gruppierung bestehen und das die aller meisten Arten eine spezielle Anpassung an ihren Lebensraum haben. Das Hochalpinwidderchen ist nur eine Art unter 2,16 Millionen Insekten auf dieser Welt. Eine unter 34.000 Insektenarten in Deutschland. Ein Nachtfalter unter 1000 anderen.

Sechsfleckwidderchen Zygaena filipendulae

Das Hochalpenwidderchen, dass haarig im Vergleich zu seinen 35 Geschwistern ist. Sie alle sehen aus, wie kleine Blutströpfchen. Die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommenden Arten, hat jeder aufmerksamer Spaziergänger schon einmal in der Natur gesehen. Die roten Flecken auf den schwarzen Flügeln fallen sofort auf. Zum verwechseln ähnlich. Doch nur das eine hat feine Häarchen an Kopf und Brust. Damit übersteht es auch späte Kälteeinbrüche, wie es sie in den Bergen auch im Sommer gibt. Und nur dieses überlebt in großer Höhe, oberhalb der Baumgrenze, wie in den Alpen. Also kann auch nur dieses Widderchen zur Bestäubung der hochalpinen Pflanzen beitragen. Und was ist eine hochalpine Wiese ohne die Orchideen, Enziane etc. …? Wovon soll sich der Steinbock ernähren? Jede Art besetzt eine ökologische Nische und stellt ein kleines Zahnrad im großen Miteinander da.